Dr. Dennis H. Peterzelka Philosoph und Ökonom
Dennis Peterzelka ist Philosoph, Ökonom und Berater mit Wohnsitz im Allgäu und in Berlin. Er unterstützt Menschen und Organisationen dabei, Werte, Sinn und Orientierung neu zu definieren und in ihrem Alltag oder ihrer Unternehmenskultur zu verankern.
Nach seinem Studium der Philosophie, Volkswirtschaftslehre und Rhetorik – mit Stationen in Tübingen, Hong Kong, Berlin und Stanford – promovierte er über Nietzsches Perspektivismus. Heute arbeitet er als Dozent, systemischer Coach und Moderator philosophischer Formate, unter anderem für den WDR, ARTE und verschiedene Bildungseinrichtungen.
Neben seiner beruflichen Tätigkeit findet er Inspiration und Ausgleich in den Bergen beim Gleitschirmfliegen.
Philosophie heute
Unsere Lebenswelt hat eine lange Geschichte, die zu kennen Orientierung gibt. Besonders in Zeiten des Umbruchs sind die überzeitlichen Analysen der Philosophie aktueller denn je.
Es geht um Werte Wieso ist es gut die eigenen Werte zu kennen?
Spaziergang zum Thema Werte
In diesem Video nehme ich Dich mit auf einen Spaziergang durch die schöne Uckermark.
Welches sind die entscheidenden Unterschiede zwischen Regeln und Werten? Ich erkläre dir das Werte-Quadrat und wir sprechen über dessen philosophische Ursprünge.
Am Ende des Videos kannst Du es anwenden und auch überall dort gute Entscheidungen treffen, wo es entweder noch keine Regeln gibt oder die Regeln keinen Sinn ergeben.
Das ist eine typische Führungsaufgabe.
Mit Werten kannst Du sicher in Führung gehen.
Winter, Sonne, Meer
Philosopheme (Blog)
Hier sammele ich Gedanken aus dem Alltag: kleine Philosophien, Beobachtungen und Fragen, die mich beschäftigen. Nichts Abgehobenes, nichts Fertiges – sondern Einsichten, die im Vorübergehen entstehen, verweilen und etwas in mir bewegen. Oft geht es darum, das Leben mit mehr Leichtigkeit, Sinn und Orientierung zu navigieren. Diese Überlegungen möchte ich teilen. Wenn Du magst, lies gern mit. Viel Freude dabei!
Wann ist es genug?
Ich sitze in Hinnang am Landeplatz. Hier hat alles begonnen. Hier habe ich zum ersten Mal einen Gleitschirm in die Hand genommen und meine ersten Flugversuche unternommen.
Gerade hatte ich den längsten und schönsten Flug meiner bisherigen Flugkarriere: 35 Minuten in der Luft. Viel länger als sonst, denn zum ersten Mal konnte ich in der Thermik kreisen, vogelgleich an Höhe gewinnen und die Berge unter mir immer kleiner werden sehen. Noch nie bin ich höher geflogen. Es ist Frühling. Die Gipfel sind noch weiß, doch in den Tälern leuchten die Wiesen schon grün. Es war traumhaft. Irgendwann hatte ich genug und flog zurück zum Landeplatz.
Im Landeanflug kam der Gedanke: fast 30 Minuten in der Luft – ein persönlicher Rekord. Und dann die Frage: Geht da noch mehr?
Zwischen Mehr und Genug
Freunde waren gerade auf dem Weg zurück zum Startplatz und wollten mich gleich mitnehmen. Aber ich wollte nicht. Nach so einem Flug schien es mir richtig, den Moment wirken zu lassen. Eine Freundin meinte, es sei auch ihr schönster und höchster Flug gewesen – sie war doppelt so lange oben wie ich – deswegen wollten sie direkt wieder hoch. Deswegen?
Seitdem kämpfen in mir zwei Gefühle:
Die Angst, etwas noch Schöneres zu verpassen
Das Hochgefühl des erfüllten Augenblicks
Was ist richtig? Noch einmal starten, die seltenen Bedingungen nutzen? Oder am Boden bleiben und die Erfahrung in Ruhe genießen?
Für ein Wiederaufsteigen spricht das Versprechen des Möglichen. Der Himmel ist offen, die Thermik trägt, die Chance ist da. Es ist die Logik des Abenteuers: Wenn sich eine Tür öffnet, geh hindurch.
Für das Bleiben am Boden spricht die Würde des Erlebten. Ein Moment, der vollkommen war, hat ein eigenes Gewicht. Ihm nachzuspüren, statt ihn sofort zu übertreffen, könnte ein Ausdruck innerer Reife sein – aber eben auch der Beginn von Stillstand? Wäre ich überhaupt hier, wenn ich immer nur zufrieden gewesen wäre?
Die Kunst des Genug
So wird der eigentliche Konflikt für mich nicht die Frage: „Soll ich noch einmal fliegen?“ Sondern:
Wie gehe ich mit erfüllten Momenten um?
Muss ein Höhepunkt sofort übertroffen werden?
Oder darf er einfach stehen bleiben, weil er gelungen ist?
Ist „genug“ ein Mangel – oder eine Form von Freiheit?
Dieser Flug zwingt mich, diese Fragen nicht theoretisch, sondern praktisch zu beantworten. Vielleicht liegt darin sein wahrer Wert: Er zeigt mir, wie tief die Spannung zwischen Möglichkeit und Maß in meinem Denken verwurzelt ist – und dass ich ihr nicht entkommen kann.
„Zuviel kann man wohl trinken, doch trinkt man nie genug.“
G. E. Lessing
Lessing sagt augenzwinkernd, was jeder echte Kapitalist fühlt. Kapital folgt der Logik der Rentabilität. Elon Musk hat gewiss viel zu viel, aber noch lange nicht genug. Irgendwie gilt das auch für mich. Zu viel zu haben ist leicht passiert, aber „genug“ – das ist eine Kunst. Besonders in einer Welt, in der Stillstand als Rückschritt gilt, Genuss als Verlust und Zufriedenheit fast wie ein Abgehängtsein wirkt.
Heute bleibe ich am Landeplatz – aber nicht aus vollem Herzen. Das Gefühl, etwas zu verpassen, nagt an mir. Vielleicht lerne ich es einst, es als treuen Begleiter des „genug“ zu akzeptieren.
Ein unbequemer Stuhl und das Wunder des Menschseins
Ich sitze in einem Kaufhaus in Innsbruck, in einer dieser kostenlosen Möbelecken, die irgendwo zwischen Großzügigkeit und Resteverwertung schweben. Der Stuhl ist unbequem, aber warm ist es hier – und das reicht. Hinter meinem Laptop sehe ich durch die Glasfront auf das bunte Treiben der Stadt. Menschen mit Einkaufstaschen, Kinder in dicken Jacken, darüber imposante, schneebedeckte Berge, die seit tausend Jahren über diese Stadt wachen. Die Sonne bricht durch die Wolken und legt ein helles Band über die Dächer. Ich versinke in Gedanken.
Vorgestern hatte ich ein Seminar bei einem Kunden – ein Zusammenschluss verschiedener Pflegeeinrichtungen. Es ging um unzufriedene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die das Haar in der Suppe finden, selbst wenn die Suppe eigentlich ganz gut ist. Menschen, die das Positive nicht sehen, obwohl es da ist. Ich kenne das. Wir alle kennen das. Vielleicht ist es sogar ein Stück weit unsere evolutionäre Grundausstattung.
„Carpe What? — Dein Sinnpodcast“

„Carpe diem“ oder „Der Weg ist das Ziel“: Kalendersprüche, Insta-Memes oder andere Weisheiten begegnen uns ständig im Alltag. Aber helfen sie uns wirklich weiter, oder verwirren sie uns nur? Dieser Frage gehen die Psychologin Laura Cazés und ich in diesem WDR-Podcast nach.

Philosophie stellt die grundlegenden Fragen des Lebens: Wer bin ich? Was ist der Sinn des Lebens? Wie sollten wir handeln?
Coaching – Hilfe zur Selbsthilfe
Ein guter Coach hilft dir, Klarheit über deine Prioritäten zu gewinnen, Selbstvertrauen aufzubauen und effektive Strategien zu entwickeln, um Herausforderungen zu meistern.
Hast du Fragen?

Seminarthemen (Auswahl)
Lebendige Seminare zu abstrakten Themen:
Die Themen liegen mir am Herzen und ich freue mich, an diesen zu arbeiten und zu forschen. Wenn eines der Themen Dein Interesse weckt, zögere nicht Kontakt zu mir aufzunehmen. Wir tauschen unverbindlich Ideen aus und schauen, ob und wie wir zusammenkommen.
Didaktisch vielseitige, individuell abgestimmte Kurse sind mein Markenzeichen.
Ich freue mich auf einen philosophischen Dialog mit Dir.
Jede Freundschaft beginnt mit dem ersten Kontakt
einfach. glücklich. Sein.
Wichtige Veröffentlichungen
TV und Fernsehen
Streetphilosophy ARTE (🏅Grimmepreis-prämierte Serie)
- „Verliere nicht die Hoffnung!“ (YouTube) (ARTE Mediathek) Veröffentlicht am: 28.06.2022
- „Esoterik: Stell Dich dem Übernatürlichen!“ (YouTube) (ARTE Mediathek) Veröffentlicht am: 22.10.2021
- „Verantwortung — Kümmere Dich!“ (YouTube) (ARTE Mediathek) Veröffentlicht: 2019
- „Erkenne das Böse“ (YouTube) Veröffentlicht: 2018
Westart WDR „Lebensweisheiten im Check“ (ARD Mediathek) (YouTube) Veröffentlicht am: 05.11.2022